Freitag, 4. Mai 2012
Joel Kap 1 Vers 01-14
Dienstag, 3. April 2012
Ein Kranker wird gesund
Sonntag, 21. August 2011
Urlaub
Ich
glaube, die Deutschen sind Weltmeister im Urlaub machen. Nur wenig
andere Völker reisen so weit in der Welt herum, wie die deutschen
Touristen. Man hat sie in der Wüste Sahara angetroffen, in den
Urwäldern von Indonesien, bei den Ruinen der Inkas auf Machu Pichu
in Perú, auf Luxusdampfern im Mittelmeer, an den Stränden von
Hawaii, am Polarkreis, an der chinesischen Mauer und natürlich an
der Riviera und auf Mallorca. Wohl kaum ein anderer Arbeiter kann so
viele freie Tage im Jahr beanspruchen wie der deutsche, und kaum
einer hat so viel Geld zur Verfügung, das er für weite Reisen und
Luxus ausgeben kann.
Ja,
sicher, die Deutschen arbeiten auch wie kaum ein anderes Volk. Sie
werden gejagt und getrieben. Sie werden ausgebeutet von anonymen,
mächtigen Herren, von Systemen und komplizierten Mechanismen, die
keiner mehr ändern kann. So ist es verständlich, dass der
Arbeitnehmer jede Gelegenheit nutzen möchte, um dem Stress und der
Schinderei zu entfliehen. Er will nicht nur, ja er muss sich erholen.
Wenn er nicht freiwillig auf die Insel geht, wird er vom Unternehmen,
von der Gewerkschaft oder von der Krankenkasse geschickt: Die
Arbeitskraft muss doch erhalten bleiben!
Aber
nicht alle, die in Urlaub gehen, müssen auch wirklich in Urlaub
gehen. Ich habe mich manchmal gefragt, wozu Arbeitslose,
Sozialempfänger oder Rentner noch einen Urlaub brauchen. Sie können
das ja wirklich nicht mit Stress und Ausbeutung am Arbeitsplatz
begründen. Doch solche Dinge darf man nicht fragen. Bei mir erweckt
es aber den Anschein, als ob unsere ganze Urlaubskultur entartet sei.
Denn Urlaub hat - neben den positiven Wirkungen - auch eine Reihe
negativer Begleiterscheinungen.
*
Urlaub ist Stress. Ich glaube, jeder Urlauber wird das zugeben. Da
muss zuerst die Reise geplant werden, Termine müssen abgesprochen
und Buchungen vorgenommen werden. Dann geht das Packen mit all dem
Streit, den Entscheidungen und Unsicherheiten los. Am Urlaubsort
angekommen muss man sich umstellen: auf die Wohnverhältnisse, die
Essgewohnheiten, das Klima, die Kultur, die Sprache. Jede einzelne
dieser Veränderungen ist normalerweise schon ein hoher Stressfaktor.
-- Aber kaum hat man am Urlaubsort in eine Routine gefunden, so muss
man schon wieder zurück in die neue alte Umgebung. Kein Wunder, dass
viele Leute nach ihrem Urlaub müder und abgespannter sind als vorher
- und erst einmal Erholung brauchen.
*
Urlaub ist kostspielig. Da sind die Reisekosten, der Aufenthalt, die
Anschaffungen, die man für den Urlaub braucht, die Nebenkosten durch
Souvenirs, extra Essen, Ausflüge, Trinkgelder etc. Außerdem besteht
ein Druck von der Gesellschaft, dass man möglichst ausgefallene,
teure Urlaubsreisen machen muss. Wer nur die Wälder seiner Heimat
durchwandert oder Tagestouren mit dem Fahrrad unternimmt, gilt als
geizig und spießig.
*
Urlaub ist enttäuschend, frustrierend und deprimierend. Wer hat
schon wirklich einmal seine Erwartungen und Hoffnungen an den Urlaub
erfüllt gesehen? Einmal ist es das Wetter, das nicht mitspielt, dann
sind es die Räumlichkeiten, die zu wünschen übrig lassen, oder die
Nachbarn, die einem auf den Nerv gehen. Das Essen war nicht so gut,
die Sauberkeit mangelhaft, die Preise zu hoch… Auf dem Prospekt sah
alles so schön aus. In Wirklichkeit ist man enttäuscht und
frustriert.
*
Urlaub ist gesundheitsgefährdend. Wie viele Leute erleiden erst
einmal einen kräftigen, schmerzhaften Sonnenbrand. Dann stellen
sich, durch die fremde Ernährung, meist Durchfall und andere
Verdauungsstörungen ein. Dazu kommen gefährliche Insektenstiche,
sowie Verletzungen beim Baden oder beim Wandern über unbekanntes
Gelände. Die Gefahr krank zu werden, ist im Urlaub weit größer als
zu Hause - und außerdem ist eine Krankheit in der Fremde ein viel
größerer Aufwand.
*
Ich könnte noch darauf hinweisen, dass ein Urlaub den ganzen
Arbeitsprozess im Beruf unterbricht und zum Stocken bringt. Nach den
Ferien muss mancher sich erst wieder mühsam auf den aktuellen Stand
der Dinge bringen und vielleicht Berge liegen gebliebener Arbeit
abtragen.
Nun
gut, ich will aber auch die positiven Seiten des Urlaubs sehen.
Wohl
jeder braucht einmal den Abstand von der Routine und dem Stress. Wenn
man zurück kommt, geht man wieder mit Eifer an die schwierigen
Aufgaben heran. Man bringt eine neue Sicht, neuen Schwung und neue
Kreativität mit. Im Urlaub, wenn man ihn richtig und vernünftig
verbringt, kann man sich wirklich ausruhen, neue Kräfte sammeln und
an Leib und Seele gesunden. Ich möchte unseren Deutschen
Urlaubsspezialisten vorschlagen, dankbar zu sein, für die viele
freie Zeit und das Geld, die uns zur Verfügung stehen, um uns im
Urlaub zu erholen, etwas zu erleben und etwas zu lernen. Ich wünsche
mir aber, dass bei alledem Gott nicht zu kurz kommt. Gerade im Urlaub
haben wir Zeit, die Bibel zu lesen, zu beten und uns über unser
Verhältnis zu Gott Gedanken zu machen. Dazu sind wir berufen, wie
Paulus es im 1. Korintherbrief ausdrückt: „Gott selbst hat euch
dazu berufen, immer mit seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn,
verbunden zu sein.“
Labels: Ferien, Stress, Urlaub
Dienstag, 10. Mai 2011
Prokrastination
Prokrastination ist die «Kunst», eine Aufgabe oder Arbeit auf später zu verschieben.
Sie ist eine Erledigungsblockade, ein Aufschiebeverhalten und die Angewohnheit, notwendige, aber unangenehme Arbeiten immer wieder zurück zu stellen, statt sie zu erledigen. - Wer sich zu lange besinnt und zögert, seine Termine immer wieder auf später verlegt, wer zu lange wartet und sich von allerhand Nebensächlichkeiten ablenken lässt, der ist ein Prokrastinator.
Prokrastination wird als eine Schwäche verstanden, eine Untugend, verwandt mit Faulheit und Bequemlichkeit, oder auch mit Feigheit und Verantwortungslosigkeit. Manche sehen in Prokrastination eine Art Selbstsabotage. Wer dies Spiel zu lange treibt, kann sich zugrunde richten. Das Aufschiebeverhalten führt dazu, dass man wichtige Termine verpasst, dass einem einmalige Gelegenheiten und Chancen entgehen, dass man Ziele in Schule und Beruf nicht erreicht, Verluste oder Bankerott im Geschäftsleben erleidet oder Ärger mit Kollegen und Familienmitgliedern bekommt. Außerdem belasten den Prokrastinator oft Stress, Minderwertigkeitskomplexe, Schuldgefühle, Depressionen, ein schlechtes Gewissen und dauernde Unzufriedenheit mit sich selbst. Deshalb wollen viele Betroffene lernen, wie man diese Schwäche besiegen und ein tüchtiger, erfolgreicher Manager werden kann.
Das ist die eine Seite von Prokrastination: Berge von unerledigten Arbeiten. Die andere Seite ist, dass ein Mensch, der immer alles gleich erledigen und nichts für später lassen will, unter enormen Druck gerät. Das kann äußerst hektisch und unangenehm für ihn selber und seine Mitmenschen werden. Wie bei einer Sucht steht der Perfektionist ständig unter dem Zwang, jede Aufgabe sofort zu erledigen. Wo andere noch warten und zögern fühlt er sich verpflichtet, einzuspringen und die Arbeit zu übernehmen. Und das geht nun einmal nicht gut. Manche Entscheidungen müssen verschoben, manche Arbeiten gut bedacht und vorbereitet und manche Projekte zurück gestellt werden.
Außerdem müssen wir heute auch wieder lernen, auf etwas zu warten. Wir müssen lernen, eine Spannung auszusitzen und auf Resultate zu warten. Unsere Gesellschaft funktioniert mit der oft beklagten Tendenz, dass wir kaum noch verzichten können, viel zu ungeduldig sind und unsere Wünsche und Pläne am liebsten sofort erfüllt sehen wollen. So, wie ein Kind im Supermarkt nach den Süßigkeiten greift und sein Verlangen sofort stillen will, so sind auch viele Jugendliche und Erwachsene. Die schnelle Befriedigung ist möglich und akzeptabel geworden. Es fehlt aber die Ausdauer, die Disziplin auf gute Dinge zu warten und sich in Geduld zu üben.
Prokrastination kann durchaus auch ihre Vorteile haben. Es ist erstaunlich, was man alles schaffen kann, wenn man sich vor einer unangenehmen Aufgabe drückt. Da ist z.B. ein kritischer Brief zu schreiben, eine Reparatur im Haushalt vorzunehmen, Klavier zu üben oder die Hausaufgabe zu machen. Bevor einer aber an diese Dinge herangeht, ist er oft sehr motiviert zuerst den Schreibtisch aufzuräumen, einen Anruf zu machen, zu putzen oder noch schnell etwas einzukaufen. Am Ende ist das eigentliche Projekt noch unerledigt, dafür sind aber ein Haufen kleinerer, nicht minder unangenehmer Dinge abgewickelt worden.
Noch etwas Gutes kann beim Verzögern und Hinausschieben von Entscheidungen und Pflichten geschehen: sie können sich von selbst erledigen. Wer sich von dem Druck anstehender Termine nicht zu hektischen Aktivitäten verleiten lässt wird merken, dass manche Probleme sich im Laufe der Zeit von alleine lösen. Und diese Lösung kann oft besser sein, als unsere schnell und dienstbeflissen angegangen Aktivitäten. Es wäre viel Unheil in der Welt vermieden worden, wenn manche Leute ein wenig langsamer und überlegter gehandelt und Dinge auf die «lange Bank» geschoben hätten. Wie hatte Gott durch Jesaja zum Volk gesagt? «Wenn ihr gelassen abwartet und mir vertraut, dann seid ihr stark.»
Labels: aufschieben, zögern
Mittwoch, 2. März 2011
Rollen
Jeder hat seine Rolle im Leben – und die muss er spielen. Der eine ist Lehrer – und muss diese Rolle richtig spielen, wenigstens vom ersten Läuten der Schulglocke bis zum Ende des Unterrichtes. Der andere ist Unternehmer, der nächste Angestellter oder Verkäufer oder Putzfrau. Sie alle haben eine Rolle in der Gesellschaft, die sie auch ausfüllen müssen.
Das Wort «Rolle» ist ein Begriff aus dem Theater. Da präsentiert ein Schauspieler eine andere Persönlichkeit. Er stellt die Verhaltensweise, die Werte und Erwartungen dar, die die Gesellschaft angenommener Weise an ihn hat. Die Rolle gibt es auch im wirklichen Leben. Sie ist mehr als nur Beruf, Position, Aufgabe - sie ist die Art, wie wir unseren Stand in unserer Kultur und Zeit ausfüllen. Es gibt da die Rolle des Vaters, der Mutter, der Kinder, der Großeltern. Und schließlich müssen wir noch die weniger formellen Rollen des Wohltäters, des Kritikers, des Clowns, des ewig Ärgerlichen, des Leidenden usw. nennen.
Ich glaube, jeder Mensch hat eine Rolle. Die Rolle, die er spielt, kann eine Rolle sein, die ihm aufgezwungen wurde und die er von Herzen hasst. Vielleicht ist es die Rolle des Dorftrottels, oder die des schlechtesten Schülers der Klasse, des Schwächlings und des Verlierers. Das sind nicht angesehene Rollen - aber doch Charaktere, die gespielt werden müssen. Es kann auch sein, dass jemand eine Rolle übernommen hat, weil kein anderer sie nehmen wollte. Aus Mitleid mit jemand, der noch weniger geeignet war als er selber. So hat er vielleicht die Rolle des Boten, des Aufräumers in der Firma, des Krankenpflegers übernommen. – Dann gibt es noch denjenigen, der sich nach einer bestimmten Rolle ausgestreckt und dabei andere zur Seite drängt: sagen wir als Vorarbeiter, Abteilungsleiter, reicher Bürger der Stadt. Das heißt nicht, dass er diese Rolle auch liebt und sich darin wohl fühlt, aber doch wollte er sie unbedingt haben. – Schließlich gibt es noch die Rolle, die man einfach hat und nicht abschütteln kann, sei es die eines Staatsbürgers, eines Autofahrers, eines Kunden, Patienten etc. Es ist keine schöne Rolle, keine erstrebenswerte, wertvolle und doch muss man sie ehrenvoll spielen, wenn man ungewollt in sie hinein gerät.
Jeder hat seine Rolle! Nein, eigentlich hat jeder mehrere oder viele Rollen zur gleichen Zeit. Der Mann ist z.B. Vater und Bürger und Arbeitnehmer zur gleichen Zeit. Die Frau ist Mutter, Ehefrau, aber auch Tochter, Patientin, Wohltäterin und Kirchenmitglied in einem. Alle diese Rollen sind wichtig und erfordern Einsatz, Zeit und Mühe. Man kann sie den Erwartungen gemäß gut spielen oder schlecht. Man kann sie übertrieben wichtig nehmen oder unterschätzen und vernachlässigen. Man kann die Rolle dazu nutzen, sich selber ins rechte Licht zu rücken, Ansehen und Anerkennung zu finden, andere zu dominieren - oder man kann sie nutzen, um seinen Mitmenschen zu helfen und der Gesellschaft zu dienen. Man kann die Rolle mit Überzeugung spielen oder mit einem Gefühl der Scham. – Ich denke da an den Putzmann in unserem Büro. Don Jorge spielte (lebte) seine Rolle als Putzmann mit Hingabe, einem erstaunlichen Selbstbewusstsein und Freude. Da machte es nichts aus, wie gering seine Position war. Er spielte sie mit Liebe. Dadurch fiel es ihm leichter, als wenn er klagen würde. Seine Gegenwart war angenehm und erbauend für andere. - Man kann sich aber auch in seiner Rolle bedauern. Man kann damit andern auf die Nerven gehen und sie zur Verzweiflung bringen. Oder man kann sich freuen und andere fördern und heilen. Vielleicht willst du dir einmal bewusst machen, welche Rollen du spielen musst. Und ich – und viele andere – würden sich freuen, wenn du deine Rollen ehrenhaft, fröhlich, dankbar und überzeugt spielen würdest, zum Nutzen und Förderung anderer. Gott gibt dir gerne die Kraft dazu und wird dich am Ende des Schauspiels auf Erden für eine gute und glaubwürdige Darstellung belohnen.
Das Wort «Rolle» ist ein Begriff aus dem Theater. Da präsentiert ein Schauspieler eine andere Persönlichkeit. Er stellt die Verhaltensweise, die Werte und Erwartungen dar, die die Gesellschaft angenommener Weise an ihn hat. Die Rolle gibt es auch im wirklichen Leben. Sie ist mehr als nur Beruf, Position, Aufgabe - sie ist die Art, wie wir unseren Stand in unserer Kultur und Zeit ausfüllen. Es gibt da die Rolle des Vaters, der Mutter, der Kinder, der Großeltern. Und schließlich müssen wir noch die weniger formellen Rollen des Wohltäters, des Kritikers, des Clowns, des ewig Ärgerlichen, des Leidenden usw. nennen.
Ich glaube, jeder Mensch hat eine Rolle. Die Rolle, die er spielt, kann eine Rolle sein, die ihm aufgezwungen wurde und die er von Herzen hasst. Vielleicht ist es die Rolle des Dorftrottels, oder die des schlechtesten Schülers der Klasse, des Schwächlings und des Verlierers. Das sind nicht angesehene Rollen - aber doch Charaktere, die gespielt werden müssen. Es kann auch sein, dass jemand eine Rolle übernommen hat, weil kein anderer sie nehmen wollte. Aus Mitleid mit jemand, der noch weniger geeignet war als er selber. So hat er vielleicht die Rolle des Boten, des Aufräumers in der Firma, des Krankenpflegers übernommen. – Dann gibt es noch denjenigen, der sich nach einer bestimmten Rolle ausgestreckt und dabei andere zur Seite drängt: sagen wir als Vorarbeiter, Abteilungsleiter, reicher Bürger der Stadt. Das heißt nicht, dass er diese Rolle auch liebt und sich darin wohl fühlt, aber doch wollte er sie unbedingt haben. – Schließlich gibt es noch die Rolle, die man einfach hat und nicht abschütteln kann, sei es die eines Staatsbürgers, eines Autofahrers, eines Kunden, Patienten etc. Es ist keine schöne Rolle, keine erstrebenswerte, wertvolle und doch muss man sie ehrenvoll spielen, wenn man ungewollt in sie hinein gerät.
Jeder hat seine Rolle! Nein, eigentlich hat jeder mehrere oder viele Rollen zur gleichen Zeit. Der Mann ist z.B. Vater und Bürger und Arbeitnehmer zur gleichen Zeit. Die Frau ist Mutter, Ehefrau, aber auch Tochter, Patientin, Wohltäterin und Kirchenmitglied in einem. Alle diese Rollen sind wichtig und erfordern Einsatz, Zeit und Mühe. Man kann sie den Erwartungen gemäß gut spielen oder schlecht. Man kann sie übertrieben wichtig nehmen oder unterschätzen und vernachlässigen. Man kann die Rolle dazu nutzen, sich selber ins rechte Licht zu rücken, Ansehen und Anerkennung zu finden, andere zu dominieren - oder man kann sie nutzen, um seinen Mitmenschen zu helfen und der Gesellschaft zu dienen. Man kann die Rolle mit Überzeugung spielen oder mit einem Gefühl der Scham. – Ich denke da an den Putzmann in unserem Büro. Don Jorge spielte (lebte) seine Rolle als Putzmann mit Hingabe, einem erstaunlichen Selbstbewusstsein und Freude. Da machte es nichts aus, wie gering seine Position war. Er spielte sie mit Liebe. Dadurch fiel es ihm leichter, als wenn er klagen würde. Seine Gegenwart war angenehm und erbauend für andere. - Man kann sich aber auch in seiner Rolle bedauern. Man kann damit andern auf die Nerven gehen und sie zur Verzweiflung bringen. Oder man kann sich freuen und andere fördern und heilen. Vielleicht willst du dir einmal bewusst machen, welche Rollen du spielen musst. Und ich – und viele andere – würden sich freuen, wenn du deine Rollen ehrenhaft, fröhlich, dankbar und überzeugt spielen würdest, zum Nutzen und Förderung anderer. Gott gibt dir gerne die Kraft dazu und wird dich am Ende des Schauspiels auf Erden für eine gute und glaubwürdige Darstellung belohnen.
Labels: Rollen, Schauspiel, Theater
Dienstag, 18. Januar 2011
Angst
Eigentlich brauchen wir keine Angst zu haben. Es ist kein Krieg bei uns. Im Land ist es ziemlich ruhig. Die meisten Regierungen haben ein Programm für die Sozialversorgung der Menschen, die plötzlich in Not geraten. Auch sonst ist das Leben der meisten von uns nicht sehr aufregend und gefährlich. Trotzdem gibt es Millionen von Menschen, die in Angst leben müssen. Da ist in vielen Großstädten die Angst vor Überfällen und Kriminalität, Angst vor wirtschaftlichem Verlust, die Angst vor Unfällen im Straßenverkehr, vor Schmerzen, vor Ungerechtigkeit, vor Krankheit, Hunger, Verfolgung und Tod.
Es gibt besonders ängstliche Menschen, die fürchten sich vor allem, selbst wo nichts zu fürchten ist. Sie haben einen ängstlichen Charakter und können vielleicht nicht viel dafür. Sie müssen aber deswegen oft Spott einstecken. Jedenfalls sehen sie überall eine Gefahr, alles ist für sie bedrohlich. Aus Menschenfurcht oder Angst vor den anderen sagen sie nicht, was sie sagen sollten. Sie gehen den Herausforderungen des Lebens aus dem Weg, sie wagen nichts, weil sie sich vor dem Risiko fürchten. Sie treffen keine, oder falsche Entscheidungen aus Angst, es könnte etwas schief gehen. In gewisser Weise wählen sie die Angst als Ratgeber für die großen Fragen ihres Lebens. Oft habe ich schon gedacht: „Die Angst kann zwar ein Ratgeber sein, aber sie ist nicht immer ein guter Ratgeber.“ Sie kann uns hindern und einengen und zu Rückzug und Kapitulation verleiten, wo eigentlich noch viel zu erreichen wäre, wo wir nur mutig vorangehen müssten.
Andere Personen wieder sind hart gesotten, sie fürchten sich vor fast nichts und niemand. Dabei wäre es manchmal ganz gut und heilsam etwas mehr Angst zu haben. Die Furcht kann uns davon zurückhalten, Dummheiten zu begehen. Sie kann uns davor bewahren, zu schnell zu fahren, einen riskanten Vertrag abzuschließen, mit jemandem eine Prügelei oder einen Prozess anzufangen. Angst kann uns davor bewahren, unseren Besitz oder unser Leben leichtfertig aufs Spiel zu setzen und in unser eigenes Unglück oder Verderben zu rennen. Manch einer wäre sicher froh gewesen, wenn er ein klein wenig furchtsamer, skeptischer und zurückhaltender gewesen wäre.
Zum Teil, so denke ich, kann man sich aber auch an Angst gewöhnen und sich ab härten. Wenn man oft genug in gefährlichen Situationen war, ohne dass etwas Schlimmes passiert ist, dann wird man sicherer und weniger ängstlich, vielleicht sogar leichtsinnig. Das ist bei manchen Typen gut und erstrebenswert. Bei anderen jedoch eher kritisch. Es sollte bei ihnen nicht darum gehen, sich noch mehr ab zu härten und mutiger zu werden, im Gegenteil. Fehlende Angst ist auf mangelnde Erfahrung zurück zu führen. Das Kind, das ohne Angst in die Flamme greift oder mit dem scharfen Messer spielt, ist nicht mutig, sondern unerfahren. Ich hörte einmal von Seeleuten, die gefragt wurden, ob sie Angst in einem großen Sturm auch Angst bekämen. Sie seien das doch gewohnt und unerschrockene Männer. Da sagten sie: „Wir fürchten uns weil wir Männer sind, weil wir die Gefahr kennen und sie nicht leicht nehmen.“ Furchtlosigkeit ist nicht gleichbedeutend mit Mut, sondern einfach Blindheit der Gefahr und ihren möglichen Folgen gegenüber. Manch einer ist schon zu Schaden gekommen, weil er in seiner Unerfahrenheit die Notlage nicht erkannte oder falsch einschätzte. Angst zu haben ist also nicht immer negativ. Besonders hilfreich ist es, sich vor den Warnungen Gottes zu fürchten. Gott ist nämlich nicht ein gleichgültiger Opa, sondern ein Richter, der ernsthaft straft. Es ist nur zu unserem Besten, wenn wir seine Drohungen ernst nehmen und uns aus Angst vor Strafe und Gericht vor dem Bösen hüten. Das kann uns vor dem ewigen Tod in der Hölle bewahren.
Mittwoch, 26. Mai 2010
Hilfe! - ich brauche keine Hilfe.
Ist es denn normal, dass jemand keine Hilfe braucht? Doch wohl nicht. Wir sind aufeinander angewiesen. Und wie dankbar können wir sein, dass es immer noch Menschen gibt, die uns ihre Hilfe anbieten und uns gerne helfen wollen. Ohne die Hilfe von Ärzten wäre ich sicher schon vor längerer Zeit gestorben. Ohne Freunde, die uns finanziell unterstützen, hätte wir unsere langjährige Missionsarbeit in Südamerika nicht ausführen können. Ohne den Schutz des Gesetzes und die Polizei wäre unser Leben und Eigentum nicht sicher. Ohne das Heer an Kranken- und Altenpflegern würden viele Menschen in unserem Land ein jämmerliches Dasein fristen. - Wie kann da einer sagen, er braucht keine Hilfe? Das ist doch purer Stolz, Selbstüberschätzung, eine unrealistische Behauptung und ein verschließen der Augen vor der Realität. Wer es nicht selbst erkennt und einsieht, dem sagen es seine Freunde und Bekannten. So höre ich immer wieder die Worte: «Da brauchst Du Hilfe! Geh doch endlich und bitte um Hilfe.»
Gut, wir brauchen alle Hilfe. Meine Frage ist nur: Wann brauchen wir Hilfe und von wem? Viel zu oft rufen Menschen nach Hilfe, obwohl sie eigentlich keine brauchen. Sie könnten sich selber helfen, wenn sie wollten. Aber es ist bequemer, sich bedienen zu lassen. Viele rufen nach Hilfe, weil es der leichtere Weg ist. Sie haben es nicht gelernt, den Schwierigkeiten des Lebens zu begegnen, selbst zu versuchen, zu kämpfen. – Ich möchte einige Gründe nennen, weshalb wir vorsichtig damit sein sollten, die Hilfe anderer in Anspruch zu nehmen oder unsere eigene Hilfe anderen anzubieten.
1.- Hilfe lähmt die eigene Initiative. Wem dauernd Hilfe angeboten wird, der wird immer bequemer und unselbständiger. Ich denke daran, dass man früher z.B. versucht hat, behinderten Mitmenschen alle Arbeiten und Mühen abzunehmen. Man hat sie rundum bedient und ihnen alle Schwierigkeiten aus dem Wege geräumt. - Heute hat man erkannt, dass auch Menschen mit Begrenzungen und Behinderungen herausgefordert werden können. Es ist gesund für sie, so weit wie möglich für sich selber zu sorgen. Und es ist erstaunlich, was Personen, die blind, gelähmt oder verkrüppelt sind noch alles fertig bringen.
2.- Hilfe zerstört das Selbstwertgefühl oder fördert die Minderwertigkeitskomplexe. Wer dauernd auf Handreichungen und Geschenke anderer angewiesen ist, der verliert mit der Zeit die Achtung vor sich selber. Er schämt sich, dass er den anderen unterlegen ist und dass er sein Leben nicht selber meistern kann. Für manche ist es sehr belastend mit dem Bewusstsein zu leben, dass andere es besser können oder mehr haben. Es fällt ihnen schwer von dem Wohlwollen und dem Überfluss der Mitmenschen leben müssen. Sie fühlen die Überlegenheit der anderen und ihr eigenes Versagen. --- Andere wiederum haben ein weniger zartes Gewissen und nehmen Hilfe an wo immer und so viel sie bekommen können.
3.- Hilfe macht abhängig. Wer einmal Hilfe angenommen hat, dem wird es leichter fallen, wieder und wieder Hilfe anzunehmen. Er verlässt sich bald auf die anderen und erwartet, dass sie seine Bedürfnisse stillen und und seine Wünsche erfüllen. Wir haben auch schon von Bettlern gehört, die sehr aufdringlich und unverschämt sind. Sie fordern Hilfe mit Argumenten und Beschimpfungen ein. - Es gibt ganze Völker oder Nationen, die abhängig geworden sind von der Hilfe aus dem Ausland. Damit haben sie ihre Freiheit eingebüßt und sich selbst zu Gefangenen gemacht. Sie könnten selber für sich sorgen – an ihrem Standard gemessen. Die Ressourcen sind da, sie hätten die Fähigkeiten und Kräfte dazu. Aber sie haben schon immer Hilfe bekommen und haben es verlernt, den Herausforderungen und Schwierigkeiten des Lebens zu trotzen und selber etwas zu schaffen.
4.- Hilfe kostet einen Preis. Wir meinen vielleicht manchmal, die Hilfe, die uns angeboten wird, die andere freiwillig für uns leisten, sei umsonst. Das stimmt aber nicht. Wir wissen, dass sogenannte Entwicklungshilfe oft aus rein geschäftlichen oder egoistischen Gründen angeboten wird. Der Helfende erhofft sich irgendeine Gegenleistung, einen Vorteil. Der kann – muss jedoch nicht - finanzieller Art sein. Man kann aber die Bezahlung z.B. auch in Form von Dienstleistungen, Zuneigung, Zustimmung, Freundschaft, Lob und Anerkennung erwarten. Dies könnte unter Umständen ein sehr hoher Preis werden. Man hat sich gewissermaßen an den Wohltäter verkauft.
Nun sollen diese Überlegungen niemanden davon abhalten, seinem Nächsten zu helfen. Es ist ein Gebot für die Christen, dem Mitmenschen in seiner Not selbstlos und uneigennützig beizustehen. Nur wollen wir niemandem unsere Hilfe aufdrängen oder ihn überreden, unsere Wohltätigkeit in Anspruch zu nehmen. Wir freuen uns vielmehr über diejenigen, die mit Mühe, Fleiß und Opfern versuchen, ihre Probleme selbst zu lösen. – Wo wir aber wirklich Hilfe brauchen, da wollen wir es aber auch zugeben und uns nicht scheuen, demütig zu bitten. Unser wichtigster und größter Helfer ist Gott. In Ps. 50, 15 sagt er: «Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten und du sollst mich preisen.«
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